MAKE YOUR OWN LIFE
Ursula Maria Probst/Katalogtext 2011
(english version see below)

Bella Angoras performative, multimediale Projekte „soft, slow & sweaty“ (2010) „stAR.T-performance.art.star.casting.show“(2008) oder „I refuse to battle“ (2008) führen unterschiedliche Aspekte ihres künstlerischen Oeuvres zusammen: Das Arbeiten in Video, Performance, Zeichnung, Objekt, Text, Sprache, Musik, Sound und Gesang.

Als Protagonistin von Performance-Strategien, deren Ausgangspunkt einerseits die eigene Textproduktion und andererseits offene performative Modelle bilden, durchbricht Bella Angora die Totalität eines ästhetischen Werks. In ihren Performances und Settings geht Bella Angora virulenten Themen in der Soziologie des Kunstfeldes und dessen Wettbewerbsstrukturen nach, erarbeitet Konzepte über künstlerische Praktiken, Arbeitsmethoden und stellt Überlegungen zu Identität und Autorschaft an und wie diese in das performative Agieren als Künstlerin einfließen.

In der Setzung ihres künstlerischen Alter Egos Bella Angora stellt sie dem „idealen Körper“ und der charismatischen Aura künstlerischer Existenz den „subversiven Körper“ des performativen Akts gegenüber.

In der Wahl der absurden Begriffskombination Bella Angora als Pseudonym greift sie mit politischer Ironie den nach wie vor im Kunstfeld kursierenden Schönheitsbegriff auf. Selbst die Ikone feministischer Kunst Louise Bourgeois bemerkte einst sarkastisch, dass es für eine Künstlerin von Vorteil ist, schön zu sein, um die Coverseiten der Kunstmagazine zu zieren.

Der gesungene, wie gesprochene Text spielt in den Performances von Bella Angora eine wichtige Rolle. Bella Angora ist selbst die Autorin der Texte für deren performative Übersetzung sie verschiedene Methoden der Inszenierung und Aufführung durch den Sprechakt, der Gesangsperformance, Einspielungen von Aufnahmen mit Soundeffekten oder Computerscreens mit Textpassagen anwendet. Unterschieden werden können dabei Texttypen wie Skripts, Instruktionen, Fragestellungen gegenüber den MitakteurInnen und Songtexte. Das Schreiben ihrer Texte verbindet  Bella Angora einerseits direkt mit ihren künstlerischen Performances, andererseits funktionieren die Texte und Soundkompositionen ihrer Songs autonom. Kritische Regungen gegenüber Geschlechterkonstruktionen im Kunstbetrieb, genderpolitisches Aufbegehren und  die Hinterfragung hoch in Konjunktur stehender Liebes- und Beziehungskompetenzen werden in lyrischen Songtexten  reflektiert. In der Performance als ästhetisches Prinzip entwickelt der Gesang wiederum eine eigene Logik durch seinen Rhythmus als musikalischer Text. Den performativen Akt setzt Bella Angora als emanzipatorische Handlung, als feministische Position zur Geschlechterpolitik, als Widerstand gegen die von Medien der Populärkultur und Werbung produzierten gesellschaftlichen Normvorstellungen.

Das Engagement beschränkt sich allerdings nicht nur auf den Akt der Performance. Wie die Performance-Theoretikerin Barbara Clausen in ihrer Publikation „After the Act. Die (Re)Präsentation der Performancekunst“ (2006) ausführt, funktioniert Performancekunst nicht als authentisches Erleben, sondern besteht im fortlaufenden Prozess durch ein Wechselverhältnis zwischen Ereignis, Medialisierung und Rezeption. In dem Video zu „soft, slow & sweaty“ (2010) ist zu sehen wie Bella Angora die Methode von geskripteten Performanceabläufen hier nochmals auf der Metaebene des Subtextes aufgreift. In der Übertragung auf das Videoformat wiederum kommt es zu einem Akt des Transkribierens eines Live-Events, der durch die zusätzliche Montage von Bildmaterial, Überblendungen und experimentelle Schnitttechniken nun als Artefakt funktioniert und sich dadurch von einer Dokumentation unterscheidet. Die Performancekunst erfährt hier jene zuvor angesprochene Medialisierung.

Als mixed-media Performance basiert „soft slow and sweaty“ auf der Erzählstruktur von Märchen. Das Märchen und dessen archetypischen HeldInnen als Synonyme  für die Moral oder Amoral kultureller Übertragungen werden von Bella Angora einer Dekonstruktion unterzogen. Der Kunst wird durch die populäre Kultur der Rang abgelaufen, Mythen zu schöpfen. Bella Angora hingegen performt als weiße Prinzessin im Ballerinalook, deren weiße Visage durch eine Maske bedeckt ist. Die performative Darstellungsform der Maskerade wählt sie, um Szenarien im Kampf um eine selbstbestimmte Existenz im Hier und Jetzt auf einer fiktionalisierten, bildlichen Ebene als psychische Konflikte durch eine entsprechende Dramaturgie zur Darstellung zu bringen.

Zu Beginn ist das Ziffernblatt des Londoner Big Ben eingeblendet, das Ticken der Uhr und das Läuten des Weckers konfrontiert uns damit, die Zeit läuft, nicht bloß die der Performance, sondern die Lebenszeit. Bella Angora schreckt aus dem Schlaf hoch und wird von zwei Lakaien in weißen Perücken angekleidet, die Rückansicht des einen zeigt ein P als Symbol für „past“, der andere trägt ein F für „future“ - sie verkörpern Vergangenheit und Zukunft.

Dazu eingespielt werden Soundeffekte mit Textphrasen wie „neither in the past, nor in the future“ oder „Let me be, let me be in the moment“ und zeugen von einer poetischen Logik. In der performativen Installation von „soft, slow and sweaty (once upon a time)“ (2010) wird durch das Einziehen einer Wand klar die Grenze des Territoriums zwischen Publikum und Performance markiert. Der Live-Akt ist durch Gucklöcher für das Publikum zugänglich und spielt mit visuellen Effekten und Voyeurismen. Bella Angora thematisiert damit den zunehmenden Hang zum Imaginativen und Affektiven in unserer Medienkultur.

Als Künstlerin betreibt Bella Angora Analysen gegenüber unserer auf Effektivität ausgerichteten Gesellschaftsstrukturen, sowie gegenüber den psychischen Konsequenzen unserer realen und virtuellen Getriebenheit durch Zeit und Raum. Die Performance gestaltet sich zu einer Art verkörperten Diskurs, durch den das Private für eine Verwandlung als (Gegen-)Öffentlichkeit verfügbar gemacht wird. Wie es die Autorin Marlene Streeruwitz unlängst pointiert formulierte, bedeutet Freiheit vor allem harte Arbeit.

Eine Ästhetik minimalistischer Installationskonzepte dringt in die reduzierte Gestaltung des Settings im puristischen Weiß, eine Schaukel und zwei Sofas bilden das Interieur. Bella Angora reaktiviert hier eine Art von Salonkultur, eingesponnen in Projektionen, die unter anderem diverse Glücksverheißungen stimulierende Bilder von Küssenden aus der Medien- und Werbebranche oder Aufnahmen von dem Himmel entgegen schaukelnden Kindern zeigen. Das Rampenlicht in dem Bella Angora auf der Schaukel zwischen „Vergangenheit“ und „Zukunft“ hin und her schwingt, bildet psychedelische Lichteffekte einer auf- oder untergehende Sonne. Die gegen die Wand projizierten Bildmedien schaffen als Bühnenbild eine „Mise en scènce“ Situation, die wiederum in der Performance durch konkrete Gesten von Bella Angora durchbrochen wird. In die Choreographie der Performance „soft, slow & sweaty“  von Bella Angora fließen auch Backstage-Szenen ein, die demaskierte Künstlerin rezitiert das Skript und gerät in einen Redefluss, der sich zu einem Stimmengewirr auftürmt.

In der performativen Praxis von Bella Angora sind visuelle, auditive und räumliche Parameter eng aufeinander bezogen. Mit elektronischer Populärmusik als Hort emotionaler Befindlichkeiten und Freiheitsversprechen tritt Bella Angora in einen intellektuellen Schlagabtausch. Die Lyrik ihrer Songs transportiert keine leichte Prosa, sondern läuft in der Wortwahl immer auf eine existentielle Pointe zu.

Gegenüber dem Ephemeren der Performance entwickelt Bella Angora durch ihre Songs eine Konstante, bezieht in ihre Kompositionen unterschiedliche Musikgenres von Pop, Funk über Gothik bis Electro Clash und experimentiert mit Schlagermelodien: „Träume, Wünsche und Visionen mutieren ungefragt zu Illusionen“. Gegenüber einer melodiösen Behaglichkeit des Sounds werden in den Texten scharfe, riskante Konturen mit politischem Savoir Vivre gezeichnet.

In ihren Performances präzisiert Bella Angora wie Emotion und Gefühl durch spezielle Techniken produziert werden. Nicht nur inhaltlich, sondern durch ihren Umgang mit verschiedenen Medien. Dissidentes Denken, Querverweise auf theoretische Quellen, die Verknüpfung mit Liedern, die legendäre Songs der sexuellen Befreiung  wie „J’taime“ von Serge Gainsbourg/Jane Birkin mit lyrischen Texten zur Befreiung des Selbst vom Zwang der romantischen Vorstellung von Zweisamkeit transformieren, bewirken eine enorme Verdichtung. Vieles was an Bella Angoras Texten konzeptuell durchdacht ist, verdankt sich ihrer überzeugenden Einverleibung von Details über kulturelle Mechanismen unserer emotionalen Erfahrungen, die sie dekonstruiert und rekapituliert.

In der Wissenschaftszeitschrift „Psychology of Aesthetics, Creativity and the Arts“ haben die US-Forscher C. Nathan DeWall, Richard Pond Jr., Keith Campbell und Jean Twenge von der Universität Kentucky eine Studie darüber veröffentlicht, wie sich die Texte von Popsongs zwischen 1980 und 2007 inhaltlich veränderten. Die Ergebnisse von „Tuning in to psychological change: Linguistic markers of psychological traits and emotions over time in popular U.S. song lyrics“ sind ernüchternd, allerdings wenig überraschend. In den Texten gibt es jetzt zwar mehr Wörter, doch fokussieren sich die Inhalte um das Ich und die eigenen Gefühle, wohingegen soziales Verhalten aufgreifende Lyrics zunehmend in den Hintergrund rückten. Die Forscher fassten zusammen: „Die Ergebnisse zeigen, dass es notwendig wäre, sich näher mit der Frage zu beschäftigen, inwiefern Kulturprodukte soziokultureller Umfelder dabei helfen können, den kulturellen Wandel in psychologischen Prozessen zu verstehen.“

Es gibt Künstler, die ganze Generationen inspirieren und diese maßgeblichen Künstler sind nicht immer die in der Welt der Museen und Messen am meisten vertretenen, erklärte Daniel Birnbaum, nachdem er zum Kurator der Venedig Biennale 2009 berufen wurde. Der Künstler oder die Künstlerin als Outsider, Hipster, Spontangeist, Genealoge, Diskursintensivierer oder Diskursverweigerer? Der Kunstbetrieb profitiert noch immer von dem Image selbst bestimmt agierender Personen.

In ihren Projekten „stAR.T“ (2008) oder „I refuse to battle“ (2008) hinterfragt Bella Angora kritisch, wie der Künstler oder die Künstlerin Gefahr läuft selbst von der Populärkultur dadurch, dass Erfolg und Wettkampf zählen, konsumiert zu werden.

Bella Angora greift brisante Themen des Kunstbetriebs auf: Rivalität, Powerplay,  Konkurrenz,  notorische Rankings,  Narzissmus,  Egoismus.
„I refuse  to battle“ kann laut Bella Angora ebenso betrachtet werden als ein Statement gegenüber Machtkämpfen, Kompromisslösungen, als ein Herausfiltern der eigenen Essenz in der Konfrontation mit dem anderen: Angst zu versagen, Leistungsdruck, Selbstüberschätzung, Existenzangst und damit in Zusammenhang stehende Befindlichkeiten. Bella Angora führt so einen politischen Diskurs über eindimensionale Zuschreibungen von Gefühlen wie Neid, Gier, Hass, Liebe, Angst. Insofern gestaltet sich „I refuse to battle“ als Konzept zu einem Selbstversuch, um Muster zu durchbrechen, sich als Künstlerin gerade durch die radikale Thematisierung des Wettbewerbgedankens zu positionieren.

Das Projekt „stAR.T“ (2008) dekonstruiert in der Wahl der ästhetischen Codes die Medienrealtiät von Casting-Shows. Gegenüber der Attributierung von Star-Qualitäten, setzt Bella Angora absurde Statements der beteiligten KanditatInnen, exzentrische Verhaltensweisen und Lebensstile. In ihre Castingshow baut sie visuelle und akustische Effekte oder Zwischeneinspielungen eines orgiastischen Wettstöhnens ein. Im Voting tritt keine Jury an, sondern Bella Angora, die wie in der Arena der Gladiatoren den Daumen nach unten drückt.

Damit nahm Bella Angora in ihrer Performance vorweg, was 2009 bereits Realität werden sollte, nämlich den Einzug von Casting Shows in den Kunstbetrieb. Gleichzeitig existiert gerade im Betriebssystem Kunst die Gefahr zur Tabuisierung jeglicher Wertung. Alles das was künstlerisch oder argumentativ als Differenz, Widerspruch, Konflikt oder Scheitern, also irgendwie negativ wirken könnte, läuft Gefahr harmonisiert, nivelliert, ignoriert oder gar diskriminiert zu werden.

Der britische Sammler und Künsthändler Charles Saatchi wollte mit einer TV-Show nach dem Modell von Casting Shows den neuen britischen Superkünstler entdecken. Die Talentshow lief im Herbst 2009 im Fernsehsender BBC 2 l. Unter dem Slogan „Scaatchi’s Best of British“ konnten sich KünstlerInnen ab 18 Jahre beteiligen. Die sechs besten sollten in der Endrunde in einen Intensivkunst-Crashkurs treten. Als Gewinn lockte die Teilnahme an  einer Saatchi-Ausstellung in St. Petersburg. Gegenüber den britischen Medien argumentierte Saatchi: „Jede(r) mit einem neuen kreativen Ansatz soll teilnehmen. Denn niemand kann wissen, wo der nächste Kunststar auftaucht“. Die Argumentation des Produzenten Peter Date hingegen lief darauf hinaus, dass man so zeitgenössische Kunst fordern und einen Blick hinter die Kulissen wagen wollte.  Das von den Medien erstellte Profil von Saatchi als Förderer und Spürnase wird von der Kunstkritik als  zu kommerziell ausgerichtet kritisiert. In den Feuilletons heiß angekündigt, wurde über den Verlauf nicht weiter detailliert berichtet. Auch den Absurditätsfaktor einer solchen Castingshow hat Bella Angora bereits vorweggenommen.

In die Performances von Bella Angora fließt das  Begehren ein, relevante Fragestellungen zur eigenen Haltung gegenüber dem Kunstsystem und dem Lebensstil zu artikulieren. Autonomie und alternative Handlungsmodelle, künstlerische Haltungen wie „Skepsis“, „Produktionsverzögerung“ oder „Scheitern“ werden zu Themen. Komplexe und widerständige Praktiken koppelt Bella Angora an eine Kunstpraxis, der eine Unbestechlichkeit und Unabhängigkeit zugesprochen werden kann, die mit dem Versprechen von Authentizität einhergehen.

Paradoxerweise ist es gerade auch dieses Authentizitätsmoment, dass im Zentrum eines Marktbegehrens steht. Das Kunstsystem verlangt mittlerweile nach alternativen Produktionsmodellen. Den Entzug und Rückzug von Regeln, die das Betriebssystem Kunst vorgibt hat Susan Sontag in „The Aesthetics of Silence, Styles of Radical Will“  (2002) als Folge eines radikalen Willens thematisiert.




english version:

In the performative, mixed media projects „soft, slow & sweaty“ (2010), „stAR.T (2008) or „I refuse to battle“ (2008), Bella Angora combines several aspects of her artistic oeuvres: video works, performance, drawings, objects, text, language, music, sound and singing.

As Bella Angora is a protagonist of performative strategies, whose origin is the creation of her own text material as well as open performative models, she is breaking the totality of an aesthetical work. In her performances and settings Bella Angora focuses on virulent subjects within the sociology of an art world and its competitive structures. She compiles concepts about artistic practices, working methods and makes observations regarding identity and authorship and how this can influence the artist’s acting.

Bella Angora contrasts the „ideal body“ and the charismatic aura of the artistic existence with the „subversive body“ of the performative act by inventing an alter ego. Using the absurd combination of the terms „Bella Angora“ as a pseudonym with political irony, she picks up on a concept of beauty that is still present within the field of art. Even the icon of feminist art Louise Bourgeois once sarcastically mentioned that it is advantageous for a female artist to be pretty when adorning the cover pages of art magazines.

The sung and spoken text plays an important role in Bella Angora’s performances. Bella Angora herself is the author, and for the performative transmission of the texts she is using different staging methods like the speech act, the singing performance, the use of recordings mixed with effects or computer screens displaying text passages. Different types of text-like scripts, instructions, questions to other actors involved and song lyrics can be distinguished. On the one hand the written lyrics of Bella Angora are a direct part of her art performances, on the other hand the texts and sound compositions function autonomously within the frame of her songs. In her lyrics she reflects critical movements in relation to gender constructions in the art scene, gender political rebellion and the issue of love and relationship competences that are highly subjunctive. In the performance – as an aesthetic principle – logic of its own arises with the singing, due to the rhythm of a musical text. For Bella Angora, the performative act is an emancipating action, a feminist position regarding gender politics, a resistance against standardized conceptions that the media industry is transmitting in popular culture and commercials.

But the engagement transgresses the purely performative act. As the performance theorist Barbara Clausen mentions in her publication „After the Act. The (Re)Presentation of Performance Art“ (2006), performance art is not only an authentic experience, but is furthermore turning into an ongoing process through the correlations between event, mediatisation and reception. The video „soft, slow & sweaty“ (2010) shows how Bella Angora revives the method of scripted performance procedures on the meta-level of subtext. When transferring into a video format, a kind of transcription of the live event is taking place. Through added footage, cross-fades and experimental cutting techniques, the video functions here as an artefact in itself and therefore differs from a documentation. In this case the performance art is mediatised like mentioned previously.

The mixed media performance „soft, slow & sweaty“ is based on the narrative structure of fairytales. The fairytale and its archetypal heroines/heroes represent the moral or amoral social phenomena, which gets deconstructed by Bella Angora. Regarding the playing on myths, popular culture is more and more overtaking art. But Bella Angora stages herself as a white princess in a ballerina outfit with a white painted face covered with a mask. She is using this displayed masquerade to express certain scenarios that appear, when fighting for a self-determined existence in the here and now, on a fictional and visual level, which shows the related psychological conflicts by using a corresponding dramaturgy.

At the beginning the dial of Big Ben in London is shown. The ticking and the ringing of the bell confronts us with the fact that time is running – not only in the performance, but also in regard to our lifetime. The alarm clock triggers Bella Angora´s rude awakening, then two flunkies dress her. The rear view of them shows a P for „past“ and an F for „future“ as they are symbolizing these two aggregates of time. Parallel to this, text phrases - distorted by sound effects - get played and sentences like „neither in the past, nor in the future“ or „let me be, let me be in the moment“ are a significant indicator for a poetic logic.

In the performative installation of „soft, slow & sweaty“ (2010) a built-up wall marks the territorial borders between audience and performance. The live act can be watched by gazing through peepholes, therefore playing with visual effects and voyeurism. In this sense Bella Angora addresses the increasing trend to the imaginative and the affective within our media culture.

In her work Bella Angora analyzes social structures that mostly focus on effectivity, as well as psychological consequences of our real and virtual driveness through time and space. The performance becomes a kind of embodied discourse that enables a transformation of the private into something (contra) public. Freedom means mainly to work hard, as the author Marlene Streeruwitz recently expressed plainly.

A minimalistic installation concept characterizes the aesthetic of the reduced formatted setting in purist white. The interior is a swing, a couch and a bed. Bella Angora is reactivating some kind of „salon culture“, embedded in projections that are meant to stimulate diverse promises for happiness by showing pictures of kissing couples or video sequences of children who seem to swing into heaven.

The spotlight in which Bella Angora is swinging on the swing between „past“ and „future“ is creating psychedelic light effects of a rising or setting sun. The visual media that are projected against the wall create a stage design in the manner of a „mise en scène“ situation, which Bella Angora breaks in the performance with corresponding behaviour.

The choreography of the performance „soft, slow & sweaty“ includes also backstage scenes, where the unmasked artist is reciting the script that finally ends up in a flow of words and mutates into a chaotic voice sculpture.
In Bella Angora’s performative practice, visual, additive and spatial parameters are closely related to each other. With electronic pop music - as a shelter for emotional sensitivities and promises for freedom - Bella Angora starts an intellectual volley of punches. It is not banal prose that gets transmitted through the song lyrics, the wording always ends in some existential pointe. In relation to the ephemeral quality of performance, Bella Angora’s songs develop a constant line, using different music styles like pop, funk, gothic or electro clash in her compositions and experimenting with hit melodies: „Dreams, wishes and visions mutate into illusions without asking“.

In contrast to the melodic cosiness of the sounds in the lyrics, sharp and risky contours with a good portion of political “savoir vivre” are drawn. In her performances Bella Angora refines how emotion and feeling can be triggered through practice specific techniques – thus concerning the contents as well as the way she handles different medias.

A dissident way of thinking, cross-references to theoretical sources and the way she is linking songs like „Je t’aime“ (Serge Gainsbourg/Jane Birkin) – the legendary song about sexual liberation - with lyrics and text material about self-liberation in relation to the romantic idea of togetherness - has an enormous compressing effect.

The conceptual conclusions in Bella Angora’s texts are mainly results of her intense way to incorporate details about cultural mechanisms concerning emotional experiences that get deconstructed and recapitulated by the artist. The U.S. researchers C. Nathan DeWall, Richard Pond Jr., Keith Campell and Jean Twenge from Kentucky University published in the science magazine „Psychology of Aesthetics, Creativity and the Arts“ a study about the way, how lyrics in pop songs changed between 1980 and 2007. The results of „Tuning in to psychological change: Linguistic markers of psychological traits and emotions over time in popular U.S. song lyrics“ are quite sobering, but actually not really surprising. Nowadays more words have been used in texts, but the focus lies mostly on the self and one’s own feelings. Whereas lyrics that thematise social behaviour has been fading more into the background.
The scientists summarized: „The results show that it would be useful to focus more on the question, how cultural products of socio-cultural surroundings can provide a better understanding of cultural changing´s in psychological processes.“

After becoming the curator of the Venice Biennial in 2009, Daniel Birnbaum explained that some artists are an inspiration for whole generations, but many times these are not the artists that can be found in the world of museums and in art fairs.

The artist: an outsider, hipster, impulsive character, genealogist, someone who is intensifying or refusing discourses? The art world still benefits from the image of self-determined people. In her projects „stAR.T (2008) or „I refuse to battle“ (2008) Bella Angora questions critically how artists are facing the risk to be consumed by popular culture due to the fact that success and competition are rated highly.

Bella Angora picks up provocative topics of the art market: rivalry, power games, competition, notorious rankings, narcissism and egoism. Bella Angora explains that „I refuse to battle“ can be perceived as a statement regarding power games and compromise. It ‘s about filtering out one’s own essence when being confronted with others, about the fear of failure, pressure, self-overestimation, existential fear and different sensitivities that come along with all this. Bella Angora opens up a political discourse about the one-dimensional classification of feelings like envy, greed, hate, love, and fear. In so far „I refuse to battle“ as a conceptual statement is a self-experiment, because the artist is positioning herself exactly through thematising the competition in a radical manner. Her intention is to break her self-related patterns.

In the project „stAR.T“ (2008) the media reality of casting shows gets deconstructed. Absurd statements of the competitors, eccentric manners and lifestyles meet the excessive focusing on star quality attributes. Different visual and acoustic effects or interim recordings of an orgiastic moaning are significant elements in the casting show. There is no jury as Bella Angora herself votes by using the classical thumb up/down gestures, which remind of an arena with gladiators. With her show she had been ahead of something that became reality in 2009: the entry of casting shows into the art world. At the same time classifications are mostly taboo in the art system. Everything that could be an artistic or argumentative difference, contradiction, conflict or failure – ergo negatively connoted – many times gets harmonized, levelled, ignored or even discriminated.

The British collector and art dealer Charles Saatchi wanted to find the next British super artist with his TV casting show. BBC 2 I broadcasted the show in autumn 2009. Under the slogan „Saatchi‘s Best of British“ artists over 18 years could apply. The top-six-ranked should get an intense art crash course and the winner should have the possibility to participate in a Saatchi exhibition in St. Petersburg. Towards the British media Saatchi argued: „Everyone with a new, creative approach is welcome to apply. Because nobody knows where the next art star will arise.“ The argumentation of the producer Peter Date was that a show like this is meant to challenge contemporary art and to take a peek behind the scenes. But the profile of Saatchi as a promoter with a good nose – made up by the media – was criticized from art critics for being too commercial orientated. After the first announcements in the Feuilletons, no more detailed information was published.

Also in relation to the absurdity of such a casting show Bella Angora had been ahead with her concept. In Bella Angora’s performances it is highly important to ask relevant questions regarding one’s own behaviour within the art world and its lifestyle. Autonomy and alternative models for action, artistic attitudes like „scepticism“, „delays“ or „failure“ are thematised. Bella Angora is oscillating between complex and resistant attitudes and an art practice that certainly contains characteristics like incorruptness and independence.

Paradoxically it is also exactly this certain authenticity that seems to be of high value within the market. The art system is meanwhile asking for alternative production models. The refusal and the retreat of rules that come along with this system has been thematised by Susan Sontag in „The Aesthetics of Silence, Styles of Radical Will“ (2002) as a result of a radical will.